Marke · Historisch

Enicar

Schweiz · gegründet 1914 · Historisch

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Enicar ist eine historische Schweizer Uhrenmarke, gegründet 1914 von Ariste Racine und seiner Frau Emma Blatt. Der Name entstand als Rückwärtsschreibung von Racine. Bekannt ist die Marke vor allem für ihre Sport- und Werkzeuguhren der Sherpa-Linie, die heute bei Vintage-Sammlern gesucht sind.

Steckbrief

Gegründet1914
LandSchweiz
SitzLa Chaux-de-Fonds
GründerAriste Racine und Emma Blatt
KategorieHistorisch
Preisklasseca. 300–2.500 € (Vintage, je nach Modell und Zustand)
UhrwerkeHistorisch mechanische Werke, teils eigene Kaliber; heute vor allem Vintage-Markt.

Geschichte

Ariste Racine und Emma Blatt gründeten die Marke 1913/1914 in La Chaux-de-Fonds; die Eintragung erfolgte am 6. Januar 1914. Da der Familienname als Marke bereits belegt war, drehte man ihn zu Enicar um. In den 1950er-Jahren wurde die Marke durch Expeditionen im Himalaya und die Sherpa-Linie bekannt; 1955 erschien der Taucher Seapearl. Innerhalb eines Jahrzehnts brachte Enicar über hundert verschiedene Sherpa-Modelle heraus, viele davon robuste Sport- und Werkzeuguhren.

Die Quarzkrise traf Enicar hart. 1987 wurde das Unternehmen zahlungsunfähig; Restbestände gingen an Gerd-Rüdiger Lang, den späteren Chronoswiss-Gründer. 1988 erwarb ein Unternehmen aus Hongkong den Markennamen. Heute ist Enicar vor allem in Asien präsent und hat mit der einstigen Blütezeit wenig gemein.

Bekannt für

Enicar genießt einen guten Ruf für Vintage-Sport- und Werkzeuguhren, insbesondere für die Sherpa-Graph-Chronographen, die von Sammlern geschätzt werden. Die Modelle stehen für die robuste Uhrmacherei der 1950er- bis 1970er-Jahre. Die Verbindung zu Bergsteiger- und Tauchexpeditionen prägte das sportliche Image der Marke nachhaltig.

Kritisch ist die heutige Markensituation: Die aktuelle Enicar hat mit der historischen Substanz kaum Berührung und ist außerhalb Asiens kaum vertreten. Interessant ist deshalb fast ausschließlich der Gebrauchtmarkt.

Uhrwerke & Technik

Historisch verbaute Enicar mechanische Werke, teils eigene Kaliber. Für den Sammlermarkt zählen vor allem Originalität und Zustand der Vintage-Kaliber.

Wichtige Modelle von Enicar

  • Sherpa Graph — Chronograph der Sherpa-Familie und heute besonders gesuchtes Sammlermodell.
  • Seapearl — Frühe Taucheruhr aus dem Jahr 1955.
  • Sherpa Guide — Modell mit drehbarer Lünette und Zusatzfunktionen für Reisen und Orientierung.

Enicar kaufen: Worauf du achten solltest

Enicar ist heute im Kern ein Thema für Vintage-Käufer. Wichtig sind originale Teile, unverbastelte Werke und eine nachvollziehbare Servicehistorie. Moderne Enicar-Modelle aus dem asiatischen Markt sollten klar von den historischen Uhren unterschieden werden.

Unser Fazit zu Enicar

Enicar ist ein angesehener historischer Name, besonders für Sherpa-Chronographen. Als aktive Marke spielt sie kaum noch eine Rolle; ihr Reiz liegt im sorgfältigen Kauf gut erhaltener Vintage-Modelle.

Häufige Fragen

Woher kommt der Name Enicar?

Er ist die Rückwärtsschreibung des Gründernamens Racine, da dieser als Marke bereits vergeben war.

Wofür ist Enicar bei Sammlern bekannt?

Vor allem für die Sherpa-Sportuhren, insbesondere die Sherpa-Graph-Chronographen.

Ist die heutige Enicar dieselbe Firma wie früher?

Nein, nach der Insolvenz 1987 ging der Markenname nach Hongkong; die heutige Marke hat mit der historischen Substanz wenig gemein.