Uhren-Lexikon · Uhrentypen

Borduhr (Cockpituhr)

Eine fest im Armaturenbrett eines Fahrzeugs oder im Cockpit eines Flugzeugs verbaute Uhr.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was eine Borduhr ist

Eine Borduhr, auch Cockpituhr genannt, ist eine Uhr, die fest in ein Fahrzeug oder Luftfahrzeug eingebaut ist. Der Name leitet sich davon ab, dass sie an Bord montiert wird, etwa im Armaturenbrett eines Autos, im Cockpit eines Flugzeugs oder auf der Instrumententafel eines Bootes. Sie wird nicht am Handgelenk getragen, sondern ist Teil der festen Ausstattung.

Anders als eine Armbanduhr ist die Borduhr auf gute Ablesbarkeit aus einer festen Sitzposition und unter wechselnden Lichtverhältnissen ausgelegt. Zifferblatt und Zeiger sind daher meist kontrastreich gestaltet, häufig mit einer nachleuchtenden Beschichtung für die Nutzung bei Dunkelheit. Oft ist sie in eine runde Fassung eingebaut, die dem Format anderer Instrumente entspricht.

Verwendung in der Luftfahrt

In der Luftfahrt kam der Borduhr über lange Zeit eine wichtige Rolle zu, da genaue Zeitmessung für die Navigation und für die Berechnung von Flugzeiten unverzichtbar war. Solche Uhren waren als Instrument in die Cockpitausstattung eingebunden und mussten zuverlässig, gut ablesbar und unempfindlich gegenüber Erschütterungen sein; man zählt sie deshalb zu den Bordinstrumenten.

Klassische Borduhren für Flugzeuge besaßen häufig ein Werk mit langer Gangreserve, teils über mehrere Tage, damit sie nicht täglich aufgezogen werden mussten. Verbreitet waren zudem Zusatzfunktionen wie eine Stoppfunktion oder eine drehbare Skala zum Festhalten einer verstrichenen Zeitspanne. So ließ sich die abgelaufene Zeit eines Streckenabschnitts festhalten.

Weitere Verwendung und Bedeutung

Auch in Automobilen und auf Booten waren und sind Borduhren verbreitet. Im Auto sitzt die Uhr traditionell im Armaturenbrett, während sie auf Schiffen als Teil der nautischen Instrumente auftritt. Mit der Verbreitung digitaler Anzeigen und elektronischer Bordsysteme hat die eigenständige mechanische Borduhr an Bedeutung verloren; eine fest verbaute Uhr benötigt zudem keinen Platz am Handgelenk.

Ausgebaute historische Borduhren aus Flugzeugen oder Fahrzeugen werden gelegentlich als Sammlerstücke gehandelt und mitunter in ein Tischgehäuse umgebaut, um sie weiter nutzen zu können. Für Sammler sind Herkunft, Vollständigkeit und der originale Zustand solcher Instrumente von Bedeutung und wirken sich auf den Wert aus. Beim Sammeln solcher Instrumente ist auf die ursprüngliche Herkunft und mögliche spätere Umbauten zu achten. Eine gut erhaltene, funktionsfähige Borduhr mit nachvollziehbarer Geschichte gilt als besonders begehrt; manche Modelle lassen sich mit einem passenden Ständer als Tischuhr weiternutzen.

Häufige Fragen

Was unterscheidet eine Borduhr von einer Armbanduhr?

Eine Borduhr ist fest in ein Fahrzeug oder Cockpit eingebaut und wird nicht getragen. Sie ist auf Ablesbarkeit aus fester Position ausgelegt und besitzt oft eine lange Gangreserve.

Warum haben Borduhren oft eine lange Gangreserve?

Damit sie nicht täglich aufgezogen werden müssen. Klassische Borduhren für Flugzeuge besaßen häufig ein Werk, das mehrere Tage ohne erneutes Aufziehen lief.