Uhren-Lexikon · Gehäuse & Glas

Doppelboden

Eine Gehäusekonstruktion mit zwei Böden, etwa einem inneren Staubdeckel und dem äußeren Boden, die das Werk zusätzlich schützt.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten
Doppelboden bei Uhren erklärt
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Was ein Doppelboden ist

Als Doppelboden wird eine Bauweise bezeichnet, bei der das Gehäuse einer Uhr auf der Rückseite nicht nur einen einzigen, sondern zwei übereinanderliegende Böden besitzt. Zwischen dem äußeren, sichtbaren Boden und dem Werk liegt ein zusätzlicher innerer Deckel. Beide zusammen schließen das Werk nach hinten ab und bilden eine doppelte Schutzschicht.

Der Zweck liegt vor allem im Schutz des empfindlichen Uhrwerks. Der innere Boden, oft als Staubdeckel bezeichnet, hält Staub und Feuchtigkeit vom Werk fern, auch wenn der äußere Boden zur Kontrolle oder wegen einer Aufschrift geöffnet wird. Historisch war diese Konstruktion vor allem bei Taschenuhren verbreitet, deren Werke besonders schutzbedürftig waren.

Bauformen und Zweck

Bei klassischen Taschenuhren diente der zusätzliche Deckel dazu, das Werk beim Aufziehen und Stellen sowie im Alltag vor Verschmutzung zu bewahren. Der äußere Boden ließ sich aufklappen oder abschrauben, während der Staubdeckel das Werk weiterhin abdeckte. Manche Gehäuse besaßen zudem einen weiteren Deckel über dem Zifferblatt, sodass die Uhr rundum geschützt war.

Eine besondere Anwendung findet sich bei magnetisch geschützten Uhren. Hier bildet ein innerer Käfig aus weichem Eisen zusammen mit einem zweiten Boden eine Abschirmung, die Magnetfelder um das Werk herumleitet und so von der empfindlichen Mechanik fernhält. Der Doppelboden ist dabei Teil eines umfassenderen Schutzkonzepts; ohne diese Abschirmung könnten Magnetfelder den Gang der Uhr stören.

Bedeutung heute

In modernen Armbanduhren ist der Doppelboden seltener geworden, da dichte Gehäuse mit Dichtungsringen das Werk bereits wirksam vor Staub und Feuchtigkeit schützen. Bei Uhren mit Sichtboden entfällt ein innerer Deckel ohnehin, weil das Werk gerade sichtbar bleiben soll; der zusätzliche Deckel würde den Blick auf das Werk verdecken.

Erhalten hat sich die Bauweise vor allem dort, wo ein zusätzlicher Schutz erwünscht ist, etwa bei stark beanspruchten Werkzeuguhren oder bei antimagnetischen Modellen. Bei der Reparatur ist zu beachten, dass ein Doppelboden mehr Sorgfalt beim Öffnen erfordert, damit weder Deckel noch Dichtung beschädigt werden und die Schutzwirkung erhalten bleibt. Wer eine ältere Uhr mit Doppelboden besitzt, sollte das Öffnen dem Fachmann überlassen, um Dichtungen und Deckel nicht zu beschädigen. In vielen Sammlerstücken ist der zusätzliche Deckel ein ursprüngliches Merkmal, dessen Vorhandensein bei der Beurteilung einer alten Uhr eine Rolle spielen kann.

Häufige Fragen

Wozu dient ein Doppelboden?

Er schützt das Werk zusätzlich vor Staub, Feuchtigkeit und teils vor Magnetismus. Ein innerer Deckel deckt das Werk auch dann ab, wenn der äußere Boden geöffnet wird.

Haben moderne Uhren noch einen Doppelboden?

Seltener. Dichte Gehäuse mit Dichtungsringen schützen das Werk heute meist ohne zweiten Boden. Erhalten hat sich die Bauweise vor allem bei antimagnetischen oder stark beanspruchten Uhren.