Was das Gesperr ist
Das Gesperr ist ein Sperrmechanismus im Aufzug einer mechanischen Uhr. Seine Aufgabe besteht darin, die beim Aufziehen gespannte Zugfeder in ihrer Spannung zu halten und ein Zurückdrehen zu verhindern. Ohne diese Sperre würde sich die Feder sofort wieder entspannen und ihre Energie nicht an das Werk abgeben.
Im Kern besteht das Gesperr aus einem gezahnten Sperrrad und einer federnd gelagerten Klinke, die auch Sperrkegel genannt wird. Das Sperrrad sitzt auf der Welle des Federhauses, in dem die Zugfeder untergebracht ist. Die Klinke greift in die Zähne des Sperrrads ein und legt dessen Drehrichtung fest. Ergänzt wird das Gesperr meist durch eine kleine Feder, die Sperrfeder, die die Klinke zuverlässig an das Sperrrad drückt.
Wie es funktioniert
Die Zähne des Sperrrads sind asymmetrisch geformt: Auf der einen Seite steigen sie flach an, auf der anderen fallen sie steil ab. Dadurch kann sich das Rad in Aufzugsrichtung frei drehen, während die Klinke in die Gegenrichtung hinter einen Zahn fällt und das Rad blockiert. So wird die Feder nur in eine Richtung gespannt.
Beim Aufziehen gleitet die Klinke über die schrägen Flanken der Zähne und wird dabei immer wieder angehoben. Unterbricht man das Aufziehen, fällt sie hinter den nächsten Zahn und hält das Rad fest. Auf diese Weise bleibt die aufgebaute Federspannung erhalten und treibt das Werk kontinuierlich an. Erst wenn die Feder beim Ablaufen ihre Energie an das Räderwerk abgibt, dreht sich das Sperrrad langsam in dieselbe Richtung zurück.
Das hörbare Klicken
Das gut hörbare, gleichmäßige Klicken beim Handaufzug entsteht durch die über die Zähne springende Klinke. Jeder Klick entspricht dem Einrasten hinter einem weiteren Zahn. Dieses Geräusch ist ein normales Kennzeichen des Gesperrs und kein Zeichen eines Defekts. Bleibt das Klicken aus oder klingt es unregelmäßig, kann dies auf ein Problem am Gesperr hindeuten.
Bei Uhren mit automatischem Aufzug arbeitet das Gesperr im Verborgenen mit und wird durch den Rotor gespeist, häufig ergänzt um zusätzliche Umschalt- und Sperrmechanismen. Damit die Feder bei Vollaufzug nicht überlastet wird, kommt bei vielen Automatikwerken zusätzlich eine Rutschkupplung im Federhaus zum Einsatz. Diese Kupplung lässt die Feder durchrutschen, sobald sie vollständig gespannt ist.