Uhren-Lexikon · Material

Leuchtpigment

Ein Leuchtstoff auf Zeigern und Zifferblatt, der die Uhr im Dunkeln ablesbar macht.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten
Leuchtpigment: Leuchtstoffe an Uhren
Foto: Czapp Árpád · Pexels

Was Leuchtpigment ist

Als Leuchtpigment bezeichnet man einen Leuchtstoff, der auf Zeiger, Indexe oder Zifferblatt einer Uhr aufgetragen wird, um sie bei Dunkelheit ablesbar zu machen. Der Stoff wird meist als pastöse Masse aufgetragen und bildet nach dem Aushärten die leuchtenden Flächen. Ziel ist es, die Uhrzeit auch ohne zusätzliche Lichtquelle erkennen zu können, etwa nachts oder unter Wasser.

Heute überwiegen nachleuchtende, also photolumineszierende Pigmente. Sie nehmen bei Lichteinfall Energie auf, speichern sie kurzzeitig und geben sie anschließend im Dunkeln als sichtbares Leuchten wieder ab. Ein bekannter Vertreter dieser Stoffe basiert auf Verbindungen des Strontiums und ist unter einem geläufigen Markennamen weit verbreitet. Solche Pigmente lösten die früher üblichen, dauerhaft selbstleuchtenden Stoffe ab.

Aufladen und Nachleuchten

Photolumineszierende Pigmente müssen zunächst mit Licht aufgeladen werden, etwa durch Tageslicht oder eine Lampe. Danach leuchten sie über einen begrenzten Zeitraum nach, wobei die Helligkeit mit der Zeit nachlässt. Wie lange und wie hell eine Uhr leuchtet, hängt von der Art und Menge des Pigments, der Schichtdicke und der zuvor aufgenommenen Lichtmenge ab. Unmittelbar nach dem Aufladen ist das Leuchten am kräftigsten.

Diese Stoffe sind nicht radioaktiv und gelten als unbedenklich. Ihr Nachteil liegt darin, dass sie sich mit der Zeit entladen und daher gegen Morgen deutlich schwächer leuchten als am Abend. Für die Ablesbarkeit über eine ganze Nacht sind sie daher nur begrenzt geeignet, für den praktischen Gebrauch am Abend aber völlig ausreichend.

Historische und alternative Leuchtmittel

In der Vergangenheit wurden Leuchtziffern mit radioaktiven Stoffen erzeugt, die von sich aus dauerhaft leuchteten, ohne aufgeladen werden zu müssen. Zunächst kam Radium zum Einsatz, das sich später wegen seiner Strahlung als gefährlich erwies und heute nicht mehr verwendet wird. Danach nutzte man das schwächer strahlende Tritium, teils als Leuchtfarbe auf dem Zifferblatt.

Eine moderne Sonderform sind kleine, mit Tritiumgas gefüllte Röhrchen, die ohne vorheriges Aufladen über viele Jahre kontinuierlich leuchten, wobei ihre Helligkeit über die Zeit langsam abnimmt. Sie kommen vor allem bei bestimmten Werkzeug- und Militäruhren vor. Bei älteren Uhren mit radioaktiver Leuchtmasse ist im Umgang mit offener oder beschädigter Masse Vorsicht geboten; Fachbetriebe wissen mit solchen Zifferblättern fachgerecht umzugehen.

Häufige Fragen

Warum leuchtet meine Uhr am Morgen schwächer?

Übliche Leuchtpigmente laden sich mit Licht auf und geben diese Energie über die Nacht ab. Bis zum Morgen ist ein großer Teil verbraucht, daher lässt die Helligkeit nach.

Ist Leuchtmasse gefährlich?

Moderne, nachleuchtende Pigmente sind nicht radioaktiv und gelten als unbedenklich. Bei alten Uhren mit radioaktiver Leuchtmasse ist dagegen im Umgang mit beschädigter Masse Vorsicht angebracht.