
Was die Sekundenspur ist
Die Sekundenspur ist die Skala auf dem Zifferblatt, an der sich die Sekunden ablesen lassen. Sie besteht aus einem Kranz feiner Striche, der den Umfang in Abschnitte unterteilt. Je nach Uhr befindet sich die Sekundenspur am äußeren Rand des Zifferblatts oder auf einem kleinen Hilfszifferblatt für die kleine Sekunde. Der Sekundenzeiger wandert entlang dieser Skala.
Weil eine Umdrehung des Sekundenzeigers in sechzig Teile geteilt ist, fällt die Sekundenspur oft mit der Minuterie zusammen, also der Skala für die Minuten. Bei einer zentralen Sekunde nutzen beide Zeiger denselben äußeren Kranz. Bei einer kleinen Sekunde besitzt das Hilfszifferblatt eine eigene, feiner wirkende Sekundenspur.
Gestaltung und Ablesbarkeit
Die Sekundenspur kann unterschiedlich fein ausgeführt sein. Häufig ist sie zusätzlich in Fünftel unterteilt, sodass sich auch kurze Zeitabschnitte genauer ablesen lassen. Eine klare, kontrastreiche Gestaltung der Striche erleichtert das schnelle Erfassen der Position des Zeigers. Bei einer gleisartigen Gestaltung spricht man auch von einer Bahnhofsminuterie oder Eisenbahnspur.
Auf Chronographen kommt der Sekundenspur besondere Bedeutung zu, da hier kurze Zeitspannen gemessen werden. Eine fein geteilte Skala am Rand erlaubt es, gestoppte Sekunden präziser abzulesen. Die Feinheit der Teilung ist jedoch immer durch die tatsächliche Auflösung des Werks begrenzt, also durch die Zahl der Zeigerschritte pro Sekunde. Bei einem mechanischen Werk bewegt sich der Sekundenzeiger nicht völlig gleichmäßig, sondern in kleinen, sehr schnellen Schritten. Eine feiner geteilte Skala kann daher mehr Genauigkeit vortäuschen, als das Werk tatsächlich auflöst.
Einordnung
Die Sekundenspur ist ein einfaches, aber wichtiges Gestaltungselement, das die Ablesbarkeit einer Uhr wesentlich mitbestimmt. Ihre Lage verrät zugleich, ob eine Uhr eine zentrale oder eine kleine Sekunde besitzt. Fehlt eine Sekundenspur, ist ein genaues Ablesen der Sekunden kaum möglich.
Für Besitzer ist die Sekundenspur vor allem beim Stellen der Uhr hilfreich, etwa um den Sekundenzeiger auf einem Referenzsignal genau auf null zu setzen. Bei Uhren mit Sekundenstopp lässt sich der Zeiger dazu anhalten und exakt an einem Strich der Spur ausrichten. So gelingt ein sekundengenaues Einstellen der Uhrzeit. Ohne Sekundenstopp lässt sich der Zeiger nur annähernd an einem Strich ausrichten, da er während des Stellens weiterläuft. Die Gestaltung der Sekundenspur ist somit nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der praktischen Ablesbarkeit. Klar gesetzte Fünftelstriche erleichtern zusätzlich das Erfassen kurzer Abstände.