Was das Spiralklötzchen ist
Das Spiralklötzchen ist ein winziges Metallteil, das das äußere Ende der Unruhspirale hält. Die Spirale, auch Spiralfeder genannt, ist die feine, aufgerollte Feder, die zusammen mit der Unruh das taktgebende Schwingsystem einer mechanischen Uhr bildet. Ihr äußeres Ende wird im Klötzchen verstiftet oder verklebt und damit ortsfest gehalten. Das Klötzchen ist somit das Gegenstück zur inneren Befestigung und schließt den Kraftweg der Feder nach außen ab.
Während das innere Ende der Spirale an der Spiralrolle auf der Unruhwelle sitzt, ist ihr äußeres Ende über das Klötzchen mit dem feststehenden Werk verbunden. Zwischen diesen beiden Befestigungspunkten liegt die wirksame Länge der Feder, die maßgeblich über die Schwingungsdauer und damit über den Gang bestimmt. Verschiebt man diesen äußeren Befestigungspunkt, ändert sich die wirksame Länge und damit die Frequenz der Schwingung.
Befestigung und Zusammenspiel
Das Klötzchen wird üblicherweise am Unruhkloben gehalten, oft in einem verstellbaren Klötzchenträger. Über dessen Stellung lässt sich die Lage der Spirale zum Rücker und zur Unruh feinjustieren. Eine saubere Ausrichtung ist wichtig, damit die Spirale gleichmäßig und in einer Ebene atmet, sich also beim Schwingen regelmäßig öffnet und schließt.
Sitzt das Klötzchen schief oder ist die Spirale an dieser Stelle verspannt, kann die Feder unrund laufen. Das äußert sich in Lagenfehlern, also unterschiedlichen Gangwerten je nach Position der Uhr. Das genaue Setzen des Klötzchens gehört deshalb zu den anspruchsvollen Aufgaben bei der Regulierung eines Werks. Deshalb wird das Klötzchen bei der Feinregulierung mit besonderer Sorgfalt kontrolliert und ausgerichtet.
Bedeutung für die Ganggenauigkeit
Weil das Klötzchen den festen Bezugspunkt der Spirale bildet, hat seine Position unmittelbaren Einfluss auf die Ganggenauigkeit. Zusammen mit dem Rücker oder einer rückerlosen Feinregulierung legt es fest, welcher Teil der Spirale wirksam ist. Verändert man diesen Punkt, ändert sich die Schwingungsdauer der Unruh. In der Praxis arbeiten Uhrmacher hier mit sehr feinen Werkzeugen, da schon kleine Korrekturen den Gang spürbar verändern.
Bei hochwertigen Werken wird großer Aufwand betrieben, damit Spirale und Klötzchen genau zusammenpassen. Besondere Spiralformen und aufwendig gebogene Endkurven setzen ein präzise gesetztes Klötzchen voraus, um ihre Wirkung überhaupt entfalten zu können. Fehler an dieser Stelle lassen sich später nur schwer ausgleichen. Ein sauber gesetztes Klötzchen ist damit eine Voraussetzung dafür, dass die Uhr in allen Lagen möglichst gleichmäßig läuft.