Was eine Standuhr ist
Eine Standuhr ist eine frei stehende Uhr, die auf dem Boden oder auf einem Möbel aufgestellt wird. Im engeren Sinn ist damit die hohe, in einem schlanken Gehäuse untergebrachte Bodenstanduhr gemeint. Sie grenzt sich von der Wanduhr und der kleineren Tisch- oder Kaminuhr ab. Ihr Gehäuse besteht meist aus Holz.
Die klassische hohe Standuhr besitzt oben ein Uhrwerk mit Zifferblatt und darunter einen langen Gehäuseschaft. In diesem Schaft schwingt das Pendel, und dort hängen bei vielen Modellen auch die Antriebsgewichte. Die Bauhöhe solcher Uhren erreicht häufig annähernd Menschengröße.
Antrieb und Funktion
Traditionelle Standuhren werden über Gewichte angetrieben, die langsam absinken und dabei das Räderwerk in Bewegung halten. Ein Pendel sorgt als Gangregler für den gleichmäßigen Takt. Die Länge des Pendels bestimmt maßgeblich die Geschwindigkeit des Gangs und wird beim Regulieren fein eingestellt. Die Gewichte müssen regelmäßig wieder aufgezogen werden.
Viele Standuhren besitzen ein Schlagwerk, das die Stunden und oft auch die Viertelstunden akustisch anzeigt. Bekannt sind melodische Schlagfolgen, die zur vollen Stunde ertönen. Dafür sind meist zusätzliche Gewichte und ein eigenes Räderwerk zuständig, getrennt vom Gehwerk der Zeitanzeige. Bekannt ist der sogenannte Westminster-Schlag, eine mehrteilige Melodie, die viele Standuhren zu den Viertelstunden spielen. Die Zahl der Glockenschläge zur vollen Stunde gibt zusätzlich die Stunde an. Über einen Hebel lässt sich das Schlagwerk bei vielen Uhren abstellen, etwa für die Nacht.
Einordnung und Praxis
Standuhren zählen zu den Großuhren und stehen damit in einer anderen Tradition als tragbare Taschen- oder Armbanduhren. Über lange Zeit dienten sie als genaue Zeitgeber im Haushalt. Heute werden sie vor allem als dekorative und handwerklich geschätzte Einrichtungsstücke bewahrt.
Beim Aufstellen ist ein waagerechter, stabiler Stand wichtig, damit das Pendel frei und gleichmäßig schwingt. Zum Betrieb gehören das regelmäßige Aufziehen der Gewichte und eine gelegentliche Wartung des Werks. Wird die Uhr umgestellt oder transportiert, müssen Pendel und Gewichte meist gesichert oder abgenommen werden. Nach dem Aufstellen wird die Uhr so ausgerichtet, dass der Gang des Pendels gleichmäßig tickt. Eine schiefe Aufstellung kann dazu führen, dass das Pendel stehen bleibt. Standuhren sind zudem empfindlich gegenüber Erschütterungen und starken Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen, die dem Holzgehäuse zusetzen können. Eine regelmäßige Wartung durch einen Fachmann erhält den zuverlässigen Gang.