Was Champlevé ist
Champlevé ist eine Technik der Emailkunst und stammt aus dem Französischen; der Ausdruck bedeutet sinngemäß gehobenes Feld. Dabei werden in eine massive Metallplatte gezielt Vertiefungen eingearbeitet, etwa durch Gravieren, Fräsen oder Ätzen. Diese Mulden werden anschließend mit farbigem Emailpulver gefüllt. Die Tiefe der Mulden bestimmt mit, wie kräftig die spätere Farbe wirkt.
Nach dem Füllen wird das Werkstück im Ofen gebrannt, sodass das Email schmilzt und sich mit dem Metall verbindet. Meist sind mehrere Brände nötig. Zum Schluss wird die Oberfläche plangeschliffen und poliert, bis Email und die stehen gebliebenen Metallstege bündig auf einer Ebene liegen. Erst das Planschleifen bringt das eigentliche Muster klar zum Vorschein.
Abgrenzung zu anderen Techniken
Champlevé wird häufig mit dem Cloisonné verwechselt. Beim Cloisonné werden dünne Metallstege auf eine Grundplatte aufgesetzt und bilden Kammern, die mit Email gefüllt werden. Beim Champlevé dagegen entstehen die Kammern, indem Material aus dem vollen Metall herausgearbeitet wird. Beide Techniken lassen sich am fertigen Stück an der Art der Trennlinien zwischen den Farbfeldern unterscheiden.
Der Unterschied liegt also in der Herstellung der Vertiefungen: aufgesetzte Stege beim Cloisonné, ausgehobene Mulden beim Champlevé. Beide Verfahren zählen zur klassischen Emailkunst und verlangen viel Handarbeit sowie Erfahrung im Umgang mit dem Brennvorgang. Historisch wurde das Champlevé schon lange vor seiner Anwendung auf Uhren für Schmuck und kunsthandwerkliche Gegenstände genutzt.
Anwendung auf Zifferblättern
Auf Zifferblättern dient Champlevé dazu, farbige Muster, Ornamente oder Ziffern dauerhaft und mit Tiefenwirkung darzustellen. Weil das Email in das Metall eingelassen ist, sind die Farbflächen widerstandsfähig und verblassen nicht wie eine bloße Bedruckung. Das Ergebnis wirkt zugleich plastisch. Für jede Farbe wird in der Regel ein eigener Arbeitsgang mit einem eigenen Brand benötigt, was die Herstellung zusätzlich aufwendig macht.
Solche Zifferblätter sind aufwendig in der Herstellung, da jeder Arbeitsschritt von Hand ausgeführt wird und beim Brennen Fehler entstehen können. Champlevé findet sich deshalb vor allem an kunsthandwerklich gestalteten Uhren und knüpft an eine jahrhundertealte Tradition an. Wegen des hohen Aufwands und der Ausschussgefahr beim Brennen sind solche Zifferblätter vergleichsweise selten. Damit verbindet die Technik handwerkliche Tradition mit einer dauerhaften, farbigen Gestaltung des Zifferblatts.