Uhren-Lexikon · Zifferblatt & Anzeige

Cloisonné

Emailtechnik, bei der dünne Metallstege Zellen bilden, die anschließend mit farbigem Email gefüllt und gebrannt werden.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten
Cloisonné: Emailtechnik am Zifferblatt
Foto: Bhop Phikanesuan · Pexels

Was Cloisonné ist

Cloisonné, deutsch auch Zellenschmelz genannt, ist eine kunsthandwerkliche Emailtechnik, die zur Gestaltung von Zifferblättern eingesetzt wird. Der Name leitet sich vom französischen Wort für Zelle oder Fach ab. Charakteristisch sind dünne Metallstege, meist aus Gold- oder Silberdraht, die auf der Grundplatte des Zifferblatts zu den Umrissen eines Motivs gebogen und befestigt werden. Email selbst ist ein glasartiger Schmelz, der beim Brennen fest mit dem Metalluntergrund verbindet.

Die so entstehenden Kammern, die Cloisons, werden anschließend mit fein gemahlenem, farbigem Email gefüllt. Beim Brennen im Ofen schmilzt das Email und verbindet sich mit dem Untergrund. Der Vorgang aus Auftragen und Brennen wird mehrfach wiederholt, weil das Email beim Erstarren zusammensinkt und die Kammern erst nach mehreren Durchgängen vollständig gefüllt sind. Die Farben entstehen durch Zusatz von Metalloxiden zur Glasmasse.

Wie es hergestellt wird

Die feinen Metallstege bleiben im fertigen Zifferblatt sichtbar und trennen die einzelnen Farbfelder scharf voneinander. Dadurch entstehen klar umrissene, oft sehr detailreiche Motive, etwa Landkarten, Tiere, Pflanzen oder Szenen. Zum Abschluss wird die Oberfläche geschliffen und poliert, sodass Stege und Email in einer Ebene liegen und das Zifferblatt eine glatte, gleichmäßig glänzende Fläche erhält.

Die Herstellung ist zeitaufwendig und verlangt große Erfahrung, da schon kleine Fehler beim Brennen, etwa Blasen oder Risse, das gesamte Zifferblatt unbrauchbar machen können. Auch das Setzen der feinen Stege und das gleichmäßige Füllen der Kammern erfordern eine ruhige Hand. Cloisonné-Zifferblätter entstehen daher in Handarbeit und in kleinen Stückzahlen; das Können solcher Emailmaler gilt als selten.

Abgrenzung und Bedeutung

Vom Cloisonné zu unterscheiden ist das Champlevé, bei dem die Vertiefungen für das Email direkt aus dem Metall herausgearbeitet werden, statt sie durch aufgesetzte Stege zu bilden. Verwandt ist zudem das Flinqué, bei dem transparentes Email über einem gravierten Muster liegt. Alle diese Verfahren zählen zu den klassischen Emailtechniken und werden bis heute gepflegt.

Cloisonné-Zifferblätter gelten als Ausdruck traditioneller Handwerkskunst und finden sich vor allem in kunstvoll gestalteten, oft aufwendigen Uhren. Da echtes gebranntes Email farbstabil und lichtbeständig ist, behalten solche Zifferblätter ihre Leuchtkraft über sehr lange Zeit. Empfindlich sind sie jedoch gegenüber harten Stößen, die die Glasfläche springen lassen können.

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Cloisonné und Champlevé?

Beim Cloisonné bilden aufgesetzte Metallstege die Kammern für das Email. Beim Champlevé werden diese Vertiefungen direkt aus dem Metall herausgearbeitet.

Verblasst ein Cloisonné-Zifferblatt mit der Zeit?

Echtes gebranntes Email ist sehr licht- und farbbeständig. Solche Zifferblätter behalten ihre Farben in der Regel über viele Jahrzehnte, sind aber empfindlich gegen Stöße.