Uhren-Lexikon · Allgemein

Gnomon

Das schattenwerfende Teil einer Sonnenuhr, dessen Schatten die Tageszeit anzeigt.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was ein Gnomon ist

Der Gnomon ist das schattenwerfende Element einer Sonnenuhr. Sein Schatten fällt auf ein mit Stunden markiertes Zifferblatt und zeigt anhand seiner Lage die Tageszeit an. Ohne den Gnomon könnte eine Sonnenuhr die Zeit nicht anzeigen, weshalb er ihr wichtigstes und namengebendes Bauteil ist; alle übrigen Teile ordnen sich seiner Funktion unter.

Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Anzeiger. Der Gnomon kann ein einfacher Stab, eine Kante oder eine dreieckige Platte sein. Entscheidend ist, dass er einen klar erkennbaren Schatten wirft, dessen Wanderung über den Tag hinweg abgelesen werden kann und der die Stunden auf dem Zifferblatt markiert.

Funktion und Ausrichtung

Im Lauf des Tages verändert die Sonne ihren Stand am Himmel, wodurch der Schatten des Gnomons wandert und seine Länge ändert. Diese Bewegung wird auf dem Zifferblatt in Stunden übersetzt. Damit die Anzeige über das Jahr hinweg gleichmäßig bleibt, ist bei genauen Sonnenuhren die schattenwerfende Kante parallel zur Erdachse ausgerichtet.

Diese Ausrichtung bedeutet, dass die Kante des Gnomons zum Himmelspol zeigt und ihre Neigung von der geografischen Breite des Standorts abhängt. Nur so entspricht die Wanderung des Schattens gleichmäßig dem Ablauf der Stunden. Eine falsch ausgerichtete Sonnenuhr zeigt die Zeit dagegen ungenau an und muss für ihren Standort eigens eingerichtet werden.

Bedeutung und Bezug zur Uhr

Sonnenuhren mit ihrem Gnomon zählen zu den ältesten Geräten der Zeitmessung und waren über Jahrtausende in Gebrauch, lange bevor mechanische Uhren entstanden. Sie nutzen keinen eigenen Antrieb, sondern allein den Lauf der Sonne, und benötigen daher weder Aufzug noch Energiequelle. Ihre Genauigkeit hängt allein von der richtigen Aufstellung und vom Sonnenschein ab.

Für die Geschichte der Zeitmessung ist der Gnomon von Bedeutung, weil er das Grundprinzip der frühen Zeitanzeige verkörpert. Auch heute finden sich Sonnenuhren als Schmuck an Bauwerken und in Gärten. Ihre Anzeige folgt der wahren Ortszeit und weicht daher meist von der bürgerlichen Uhrzeit ab, die auf Zeitzonen beruht; der Unterschied kann mehrere Minuten betragen. In der Geschichte diente der Gnomon nicht nur der Zeitmessung, sondern auch der Bestimmung von Jahreszeiten und Himmelsrichtungen. Als anschauliches Beispiel für das Zusammenspiel von Sonne und Schatten ist er bis heute lehrreich und steht am Anfang einer langen Entwicklung hin zur mechanischen Uhr.

Häufige Fragen

Was ist die Aufgabe des Gnomons?

Er wirft den Schatten, der auf einer Sonnenuhr die Zeit anzeigt. Anhand der Lage des Schattens auf dem Zifferblatt lässt sich die Tageszeit ablesen.

Warum ist der Gnomon oft geneigt?

Bei genauen Sonnenuhren ist seine Kante parallel zur Erdachse ausgerichtet und zeigt zum Himmelspol. Die Neigung hängt von der geografischen Breite ab und sorgt für eine gleichmäßige Anzeige.