Was eine Grande Sonnerie ist
Die Grande Sonnerie, auf Deutsch großes Schlagwerk, zählt zu den anspruchsvollsten Komplikationen im mechanischen Uhrenbau. Sie schlägt die Zeit selbsttätig im Vorübergehen, das heißt, ohne dass der Träger einen Auslöser betätigen muss. Zu jeder vollen Viertelstunde ertönt ein akustisches Signal, das ohne Zutun des Trägers erklingt und die verstrichene Zeit hörbar macht.
Kennzeichnend ist, dass die Uhr zu jeder Viertelstunde zunächst die volle Stunde und anschließend die Zahl der bereits verstrichenen Viertel schlägt. Auf diese Weise lässt sich die ungefähre Uhrzeit allein durch Hören bestimmen, ohne auf das Zifferblatt zu blicken. Dieses fortlaufende Schlagen unterscheidet die Grande Sonnerie grundlegend von einem nur auf Abruf tätigen Schlagwerk.
Abgrenzung zur Petite Sonnerie
Von der Grande Sonnerie zu unterscheiden ist die Petite Sonnerie, das kleine Schlagwerk. Bei ihr schlägt die Uhr die volle Stunde nur zur Stunde selbst und zu den Viertelstunden lediglich die Viertel, ohne die Stunde erneut anzugeben. Die Grande Sonnerie wiederholt dagegen bei jedem Viertel auch die Stunde, sodass stets die vollständige Zeitangabe erklingt.
Häufig ist eine Grande Sonnerie zusätzlich mit einer Repetition ausgestattet, also einem Schlagwerk, das die Zeit auf Knopfdruck wiederholt. Ein Schieber erlaubt es zudem, zwischen großem und kleinem Schlagwerk zu wählen oder das Schlagen ganz abzuschalten, um etwa nachts Ruhe zu haben. So lässt sich das Verhalten der Uhr an die jeweilige Situation anpassen.
Technische Einordnung
Ein solches Werk vereint das gewöhnliche Gehwerk mit einem eigenständigen Schlagwerk, das über zusätzliche Federhäuser mit Energie versorgt wird. Hämmer schlagen auf Tonfedern und erzeugen so die Töne. Der hohe Aufwand ergibt sich aus der Vielzahl beweglicher Teile und der Notwendigkeit, das Schlagen zuverlässig zu steuern und mit dem Lauf der Zeiger in Einklang zu halten.
Der eigene Energiebedarf des Schlagwerks ist beträchtlich, weshalb die Gangreserve bei häufigem Schlag deutlich sinken kann und ein eigenes Federhaus nötig ist. Fertigung und Regulierung erfordern viel Erfahrung, da schon kleine Abweichungen den Ablauf stören können. Diese Ansprüche lassen die Komplikation seltenen und aufwendigen Uhren vorbehalten bleiben. Wegen dieses Aufwands wird die Grande Sonnerie oft mit weiteren Komplikationen kombiniert und gilt als Ausweis besonderen uhrmacherischen Könnens. In der Handhabung verlangt sie einige Aufmerksamkeit, etwa beim getrennten Aufziehen der Federhäuser.