Uhren-Lexikon · Uhrentypen

Lépine

Nach Jean-Antoine Lépine benannte Bauart mit Krone bei zwölf und kleiner Sekunde bei sechs Uhr, typisch für offene Taschenuhren.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was Lépine bezeichnet

Der Begriff Lépine geht auf den französischen Uhrmacher Jean-Antoine Lépine zurück, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wirkte. Sein Name steht heute für zwei zusammenhängende Dinge: eine flachere Werkskonstruktion und eine bestimmte Anordnung von Krone und kleiner Sekunde bei Taschenuhren, die man als Lépine-Anordnung bezeichnet.

Bei dieser Anordnung liegen die Aufzugskrone bei zwölf Uhr und das kleine Sekundenzifferblatt bei sechs Uhr auf einer gemeinsamen Linie. Diese Ausrichtung ist charakteristisch für offene Taschenuhren, also solche ohne einen Sprungdeckel über dem Zifferblatt, bei denen das Zifferblatt jederzeit frei sichtbar ist. Bei einer offenen Uhr blickt man also direkt auf das Zifferblatt, ohne zuvor einen Deckel öffnen zu müssen.

Die Lépine-Konstruktion

Lépine gilt als Wegbereiter einer Werkskonstruktion, bei der die durchgehende obere Platine durch einzelne Brücken und Kloben ersetzt wurde. Diese Bauweise erlaubte deutlich flachere Werke und damit dünnere Taschenuhren, als es die zuvor übliche Vollplatinenbauart mit ihrer massiven oberen Platte zuließ. Sie erleichterte zugleich Montage und Reparatur der einzelnen Baugruppen. Flachere Uhren galten lange als besonders elegant und technisch anspruchsvoll.

Das Prinzip einzelner Brücken prägt den Uhrenbau bis heute. Auch moderne Armbanduhrwerke bauen auf dem Gedanken auf, tragende Teile nicht als eine einzige massive Platte, sondern als mehrere getrennte, einzeln montierbare Elemente auszuführen. Insofern wirkt Lépines Ansatz weit über die Taschenuhr hinaus. Lépine gehört damit zu den Namen, die die Entwicklung der Taschenuhr nachhaltig geprägt haben.

Abgrenzung zur Savonnette

Das Gegenstück zur Lépine-Anordnung ist die Savonnette. Bei ihr steht die Krone im rechten Winkel zur kleinen Sekunde, die Sekunde liegt also bei sechs Uhr und die Krone bei drei Uhr. Diese Anordnung ist typisch für Sprungdeckeluhren, bei denen ein aufklappbarer Deckel das Zifferblatt schützt und sich mit einem Druck auf die Krone öffnet. Der Begriff Savonnette leitet sich von der an eine Seifendose erinnernden Form des geschlossenen Gehäuses ab.

Die Unterscheidung zwischen Lépine und Savonnette betrifft ausschließlich die Anordnung im Gehäuse und die Frage, ob ein Sprungdeckel vorhanden ist. Sie sagt nichts über die Qualität oder die technische Ausstattung eines Werks aus und begegnet Sammlern von Taschenuhren als grundlegendes Ordnungsmerkmal. Für Sammler ist die Zuordnung vor allem beim Vergleich verschiedener Taschenuhren nützlich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lépine und Savonnette?

Bei der Lépine liegen Krone und kleine Sekunde auf einer Linie bei zwölf und sechs Uhr, typisch für offene Uhren. Bei der Savonnette stehen sie im rechten Winkel, typisch für Sprungdeckeluhren.