Uhren-Lexikon · Uhrentypen

Grabenuhr (Trench Watch)

Eine frühe Armbanduhr aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, die den Übergang von der Taschen- zur Armbanduhr markiert.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was eine Grabenuhr ist

Als Grabenuhr, englisch Trench Watch, wird eine frühe Form der Armbanduhr bezeichnet, die vor allem mit der Zeit des Ersten Weltkriegs in Verbindung gebracht wird. Der Name verweist auf den Einsatz im Schützengraben, wo eine am Handgelenk getragene Uhr praktischer war als eine Taschenuhr, die erst umständlich hervorgeholt werden musste. Damit war sie den Anforderungen des Alltags im Feld besser angepasst.

Technisch entstand die Grabenuhr weitgehend aus kleinen Taschenuhren. Man versah runde Taschenuhrgehäuse mit angelöteten Bandanstößen, den sogenannten Drahtanstößen, und einem Lederband. So ließ sich das vertraute Uhrwerk am Handgelenk tragen, ohne dass eine völlig neue Bauart entwickelt werden musste. Diese Übergangslösung war schnell verfügbar und weit verbreitet.

Typische Merkmale

Grabenuhren zeigen häufig gut ablesbare Zifferblätter mit deutlichen arabischen Ziffern und Zeigern, die für die damalige Zeit oft mit einer nachleuchtenden Masse versehen waren. Die Krone sitzt meist an der klassischen Position bei drei Uhr, wie es von der Taschenuhr übernommen wurde. Viele Gehäuse waren zudem klein und aus Materialien wie Silber, Stahl oder vernickeltem Messing gefertigt.

Ein bei manchen Modellen anzutreffendes Merkmal ist ein Schutzgitter über dem Zifferblatt. Dieses gelochte oder gitterförmige Metallteil sollte das empfindliche Glas vor Beschädigung schützen. Da frühe Uhrgläser aus sprödem Glas bestanden, war ein solcher Schutz im rauen Einsatz sinnvoll. Solche Gitter schützten das Zifferblatt, ohne die Ablesbarkeit vollständig zu behindern, und sind heute ein auffälliges Erkennungsmerkmal.

Bedeutung und Einordnung

Die Grabenuhr gilt als wichtiges Bindeglied in der Geschichte der Armbanduhr. Vor dem Ersten Weltkrieg galt die am Handgelenk getragene Uhr überwiegend als Schmuckstück für Frauen, während Männer Taschenuhren trugen. Der praktische Nutzen im Feld trug wesentlich dazu bei, dass sich die Armbanduhr anschließend allgemein durchsetzte. Die Erfahrungen aus dieser Zeit beschleunigten die Entwicklung eigenständiger Armbanduhren.

Für Sammler sind original erhaltene Grabenuhren gesuchte Zeugnisse dieser Übergangszeit. Wegen ihres Alters und der oft einfachen Materialien sind gut erhaltene Exemplare jedoch empfindlich. Der Begriff wird heute außerdem gelegentlich für moderne Uhren im entsprechenden Gestaltungsstil verwendet. In diesem Fall beschreibt er einen Stil und nicht zwingend eine tatsächlich historische Uhr aus jener Epoche.

Häufige Fragen

Warum heißt sie Grabenuhr?

Der Name verweist auf den Ersten Weltkrieg, in dem eine am Handgelenk getragene Uhr im Schützengraben praktischer war als eine Taschenuhr. Englisch wird sie Trench Watch genannt.

Sind Grabenuhren umgebaute Taschenuhren?

In der Frühzeit häufig ja. Man versah kleine Taschenuhrgehäuse mit Drahtanstößen und einem Band. Später entstanden eigens als Armbanduhren konstruierte Modelle.