
Was ein Leuchtindex ist
Ein Leuchtindex ist ein Stundenmarker auf dem Zifferblatt, der mit einer nachleuchtenden Masse versehen ist. Indexe sind die Markierungen, die anstelle oder neben gedruckten Ziffern die Stundenpositionen kennzeichnen. Ist ein solcher Index mit Leuchtmasse gefüllt oder beschichtet, gibt er im Dunkeln ein schwaches Licht ab und macht die betreffende Position auch ohne Fremdlicht erkennbar.
Damit die Uhrzeit im Dunkeln vollständig ablesbar ist, werden Leuchtindexe meist mit ebenfalls leuchtenden Zeigern kombiniert. Erst das Zusammenspiel aus leuchtenden Markern und leuchtenden Zeigern erlaubt es, Stunde und Minute ohne zusätzliche Beleuchtung zu bestimmen. Dieses Prinzip ist besonders bei Werkzeug- und Taucheruhren wichtig, aber auch bei vielen Alltagsuhren verbreitet.
Leuchtmaterialien
Moderne Leuchtindexe verwenden fast durchgehend fotolumineszierende Pigmente. Diese speichern Licht und geben es anschließend über einige Zeit als Nachleuchten wieder ab. Sie sind nicht radioaktiv und müssen regelmäßig durch Tages- oder Kunstlicht aufgeladen werden. Die Leuchtdauer nimmt nach dem Aufladen allmählich ab, bis die Masse bei erneuter Lichtzufuhr wieder auflädt.
Historisch kamen dagegen radioaktive Leuchtstoffe zum Einsatz, zunächst auf Radiumbasis, später mit Tritium. Diese leuchteten dauerhaft ohne Aufladen, gelten aus heutiger Sicht wegen der Strahlung jedoch als kritisch. Eine eigene Bauform bilden mit Tritiumgas gefüllte Röhrchen, die ohne vorheriges Aufladen leuchten und vor allem an bestimmten Werkzeuguhren zu finden sind.
Praxis und Alterung
Die Helligkeit und Dauer des Nachleuchtens hängen von der Art und Menge der Leuchtmasse sowie von der Stärke des vorherigen Lichts ab. Ältere Leuchtmasse kann mit der Zeit vergilben oder an Leuchtkraft verlieren, was bei Vintage-Uhren häufig zu beobachten ist. Beschädigte oder ausgefallene Leuchtindexe lassen sich im Rahmen einer Restaurierung neu belegen, wobei der ursprüngliche Farbton nicht immer exakt zu treffen ist.
Zu unterscheiden ist zwischen Indexen, die lediglich einen kleinen Punkt oder Streifen Leuchtmasse tragen, und Markierungen, die vollständig mit Leuchtmasse gefüllt sind. Für eine gute Ablesbarkeit im Dunkeln ist neben der Menge auch die gleichmäßige Verteilung der Masse auf Indexen, Zeigern und gegebenenfalls der Lünette wichtig. Bei Werkzeug- und Taucheruhren ist die Nachtablesbarkeit ein funktionales Kriterium und entsprechend großzügig ausgeführt, während bei klassischen Uhren die Leuchtmasse oft dezenter eingesetzt wird. Die tatsächliche Leuchtdauer und Helligkeit lassen sich am besten nach vollständigem Aufladen im Dunkeln beurteilen.