Uhren-Lexikon · Material

Rhodinierung

Eine dünne galvanische Beschichtung aus Rhodium, die Oberflächen hell, hart und anlaufbeständig macht.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was Rhodinierung ist

Rhodinierung bezeichnet das galvanische Aufbringen einer sehr dünnen Schicht aus Rhodium. Rhodium ist ein seltenes Edelmetall aus der Gruppe der Platinmetalle, das sich durch eine helle, silberweiße Farbe, große Härte und hohe Beständigkeit gegen Anlaufen und Korrosion auszeichnet. Die aufgebrachte Schicht ist in der Regel nur wenige Tausendstel Millimeter dünn und verändert die Maße eines Werkstücks daher praktisch nicht.

Bei der Rhodinierung wird das gründlich gereinigte Werkstück in ein galvanisches Bad getaucht, in dem sich unter Stromfluss das Rhodium auf der Oberfläche abscheidet. Zurück bleibt eine gleichmäßige, glänzende Schicht, die das darunterliegende Material vor Umwelteinflüssen schützt und optisch aufwertet. Eine sorgfältige Vorbehandlung ist wichtig, damit die Schicht gleichmäßig und fest haftet.

Wofür sie verwendet wird

Ein häufiges Anwendungsgebiet ist Schmuck und Uhren aus Weißgold. Weißgold besitzt von Natur aus einen leicht gelblichen Unterton; die Rhodinierung überzieht es mit einer neutral-weißen, hellen Oberfläche. Da diese Schicht mit der Zeit abgetragen werden kann, wird sie bei stark getragenen Stücken gelegentlich erneuert. Die harte, glatte Oberfläche gilt zudem als hautfreundlich.

In Uhrwerken dient die Rhodinierung sowohl dem Schutz als auch der Zier. Platinen, Brücken und andere Bauteile werden rhodiniert, um sie widerstandsfähiger gegen Anlaufen zu machen und ihnen ein gleichmäßiges, helles Aussehen zu verleihen. Auch Zeiger und Indexe können rhodiniert sein, um dauerhaft hell zu bleiben. Neben Rhodium werden für Werkteile auch andere galvanische Überzüge eingesetzt, etwa in gelblichen oder dunklen Farbtönen.

Eigenschaften und Grenzen

Die Vorzüge der Rhodinierung liegen in ihrer Härte, ihrem Glanz und ihrer Beständigkeit. Als sehr dünne Auflage ist sie jedoch nicht unbegrenzt haltbar: An stark beanspruchten Stellen, etwa an einem Ring oder einer viel getragenen Schließe, kann sie sich über die Jahre abnutzen, sodass das Grundmaterial wieder durchscheint. Eine erneute Beschichtung ist in solchen Fällen möglich und stellt den ursprünglichen Eindruck wieder her.

Für den Alltag ist zu beachten, dass aggressive Chemikalien und starke mechanische Beanspruchung den Abtrag beschleunigen können. Rhodium selbst ist ein kostbares Metall, dessen Preis stark schwankt; da die Schicht aber äußerst dünn ist, fällt die eingesetzte Menge gering aus. Insgesamt gilt die Rhodinierung als bewährtes Verfahren, um helle, beständige Oberflächen zu erzielen.

Häufige Fragen

Nutzt sich eine Rhodinierung ab?

Ja. Da die Rhodiumschicht sehr dünn ist, kann sie sich an stark beanspruchten Stellen mit der Zeit abtragen. In solchen Fällen lässt sie sich erneuern.

Warum wird Weißgold rhodiniert?

Weißgold hat von Natur aus einen leicht gelblichen Ton. Die Rhodinierung überzieht es mit einer neutral-weißen, hellen und anlaufbeständigen Oberfläche.