Was der Sekundenzeigertrieb ist
Der Sekundenzeigertrieb ist das Bauteil im Räderwerk, das den Sekundenzeiger trägt und antreibt. Ein Trieb ist in der Uhrmacherei ein kleines Zahnrad beziehungsweise die Welle, auf der ein solches sitzt. Auf dem verlängerten Ende dieses Triebs wird der Sekundenzeiger befestigt, sodass er dessen Drehung unmittelbar mitmacht. Der Trieb überträgt die Bewegung des Räderwerks unmittelbar auf den Sekundenzeiger.
Seine Drehung leitet der Trieb aus dem Gangräderwerk ab, das die Kraft der Zugfeder gleichmäßig weitergibt. Da er in einem festen Übersetzungsverhältnis zu den übrigen Rädern steht, bewegt sich der Sekundenzeiger im gleichmäßigen Takt der Uhr. Sein Lauf ist damit ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Werk arbeitet. Auf seinem verlängerten Zapfen sitzt der Zeiger, den man über dem Zifferblatt sieht.
Antrieb im Räderwerk
Den Takt gibt das sogenannte Sekundenrad vor, das sich genau einmal je Minute dreht. Bei der kleinen Sekunde sitzt der Sekundenzeiger unmittelbar auf dem verlängerten Zapfen dieses Rades, meist in einem eigenen, kleinen Hilfszifferblatt. Der Trieb des Sekundenrades ist damit zugleich der Träger des Zeigers. Dieses feste Verhältnis sorgt dafür, dass die angezeigte Sekunde dem Takt der Uhr folgt.
Weil das Rad eine Umdrehung pro Minute vollführt, benötigt auch der Sekundenzeiger genau eine Minute für den vollen Umlauf über das Zifferblatt. Die Verzahnung im Räderwerk stellt dieses feste Verhältnis dauerhaft sicher. Bei einer Hemmung mit einzelnen Schritten bewegt sich der Zeiger dabei nicht gleichmäßig, sondern in vielen kleinen Sprüngen. Bei einer springenden oder schleichenden Anzeige unterscheidet sich lediglich die Art der Bewegung.
Kleine und zentrale Sekunde
Man unterscheidet zwei grundsätzliche Anordnungen. Bei der kleinen Sekunde liegt der Sekundenzeiger außerhalb der Mitte, dort wo das Sekundenrad im Werk sitzt. Bei der Zentralsekunde dreht sich der Sekundenzeiger dagegen um die Mitte des Zifferblatts, gemeinsam mit Stunden- und Minutenzeiger auf derselben Achse.
Für die Zentralsekunde ist ein zusätzlicher Trieb im Zentrum des Werks nötig, der die Bewegung dorthin überträgt. Beide Lösungen führen zum selben Ergebnis, einem Sekundenzeiger mit einer Umdrehung pro Minute, unterscheiden sich aber im inneren Aufbau und im Erscheinungsbild des Zifferblatts. Die Wahl beeinflusst damit auch die Gestaltung der Uhr. Beide Bauformen sind verbreitet und prägen jeweils ein eigenes Bild des Zifferblatts.