
Was Transferdruck ist
Als Transferdruck werden Druckverfahren bezeichnet, bei denen ein Motiv nicht unmittelbar, sondern über einen Zwischenträger auf die endgültige Oberfläche gebracht wird. Im Uhrenbau dient das Verfahren vor allem dazu, Schriftzüge, Skalen, Indizes und Markierungen auf das Zifferblatt aufzubringen. Der Umweg über einen Träger erlaubt es, feine Details auch auf gewölbte oder empfindliche Flächen zu übertragen. So bleibt das Motiv trotz mehrerer Arbeitsschritte präzise.
Eine im Uhrenbau verbreitete Form ist der Tampondruck. Dabei nimmt ein weicher Stempel aus Silikon die Farbe aus einer gravierten Druckform auf und überträgt sie anschließend auf das Zifferblatt. Weil sich der elastische Stempel an die Form der Oberfläche anpasst, lassen sich auch sehr kleine Schriften sauber drucken. Das Verfahren eignet sich sowohl für einfache als auch für sehr feine Beschriftungen.
Wie das Verfahren arbeitet
Der Ablauf gliedert sich in mehrere Schritte. Zunächst wird das Motiv in eine Druckform eingebracht, die die feinen Linien als Vertiefungen enthält. Diese Vertiefungen werden mit Farbe gefüllt, der Überschuss wird abgestreift. Anschließend nimmt der Träger die Farbe aus den Vertiefungen auf und setzt sie auf das Zifferblatt ab. Erst dieses Zusammenspiel ergibt das fertige Druckbild; für mehrfarbige Motive wird der Vorgang je Farbe wiederholt.
Die Genauigkeit hängt von der Druckform, der Farbe und der Führung des Trägers ab. Sauberer Transferdruck zeigt scharf begrenzte Linien ohne Verlaufen oder Ausfransen. Auch die Beschaffenheit der Zifferblattoberfläche beeinflusst das Ergebnis. Bei genauer Betrachtung, etwa mit einer Lupe, lässt sich gedruckte Schrift von anderen Techniken wie aufgesetzten, also körperlich erhabenen Metallindizes unterscheiden.
Einordnung
Transferdruck ist ein weit verbreitetes und wirtschaftliches Verfahren, um Zifferblätter zu beschriften. Es steht neben anderen Techniken wie dem Aufsetzen einzelner Metallteile, dem Prägen oder dem Gravieren. Welche Technik gewählt wird, hängt von Gestaltung, Aufwand und angestrebtem Erscheinungsbild ab. In der Serienfertigung ist der Transferdruck deshalb ein Standardverfahren.
Für die Beurteilung eines Zifferblatts ist die Sauberkeit des Drucks ein wichtiges Merkmal. Verlaufene, unscharfe oder unvollständige Schrift kann auf eine mindere Ausführung oder auf eine spätere Veränderung hindeuten. Gerade bei der Prüfung älterer oder fraglicher Zifferblätter achten Fachleute daher genau auf die Qualität des Drucks. Ein gleichmäßiges Druckbild gilt als Zeichen sorgfältiger Fertigung.