Was eine Sonnenuhr ist
Eine Sonnenuhr ist ein Zeitmesser, der die Uhrzeit aus dem Stand der Sonne ablesbar macht. Ein Stab oder eine Kante, der sogenannte Schattenwerfer oder Gnomon, wirft einen Schatten auf eine mit Stundenlinien versehene Fläche. Aus der Lage des Schattens auf dieser Skala ergibt sich die jeweilige Tageszeit, die man unmittelbar ablesen kann. Die Genauigkeit dieser Ablesung hängt von der Bauform und der sorgfältigen Ausrichtung der Sonnenuhr am Standort ab.
Sonnenuhren zählen zu den ältesten bekannten Zeitmessgeräten und waren über viele Jahrhunderte verbreitet. Es gibt verschiedene Bauformen, etwa horizontale Sonnenuhren auf waagerechten Flächen, vertikale an Hauswänden und äquatoriale, deren Skala parallel zum Himmelsäquator ausgerichtet ist. Jede Form hat ihre eigene Anordnung der Stundenlinien und ihre eigene Art, den Schatten auf die Fläche zu werfen.
Wie sie funktioniert
Die Erde dreht sich im Lauf des Tages, wodurch die Sonne scheinbar über den Himmel wandert und der Schatten des Gnomons weiterläuft. Damit die Anzeige stimmt, muss der Schattenwerfer richtig ausgerichtet sein, bei vielen Bauformen parallel zur Erdachse. Die Stundenlinien sind zudem auf den jeweiligen Standort und dessen geografische Breite abgestimmt, weshalb eine Sonnenuhr nicht beliebig versetzt werden kann.
Eine Sonnenuhr zeigt die wahre Ortszeit, die von der bürgerlichen Uhrzeit abweicht. Zum einen läuft die Sonne über das Jahr nicht ganz gleichmäßig, was die Zeitgleichung beschreibt, zum anderen gilt in einer Zeitzone eine einheitliche Zeit, während die wahre Ortszeit vom Längengrad abhängt. Auch die Sommerzeit ist an der Sonnenuhr nicht berücksichtigt, sodass sich Abweichungen von mehreren Minuten bis zu einer Stunde ergeben können.
Einordnung
Weil sie das Sonnenlicht benötigt, funktioniert eine Sonnenuhr nur bei Tag und ausreichend klarem Himmel. Nachts, bei dichter Bewölkung oder im Schatten liefert sie keine Anzeige. Ihre Genauigkeit reichte für den Alltag früherer Zeiten aus, kommt aber an die moderner mechanischer oder elektronischer Uhren nicht heran, die von solchen Bedingungen unabhängig sind.
Heute stehen Sonnenuhren meist als Zierstücke in Gärten oder an Gebäuden und erinnern an die Geschichte der Zeitmessung. Ihr Reiz liegt darin, den Zusammenhang von Sonnenstand und Uhrzeit unmittelbar sichtbar zu machen und die Zeit auf eine sehr anschauliche, greifbare Weise darzustellen, die ohne jede Mechanik auskommt.