Uhren-Lexikon · Uhrentypen

Funkuhr

Eine Uhr, die per Funksignal von einem an Atomuhren gekoppelten Sender ihre Zeit automatisch stellt und nachführt.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was eine Funkuhr ist

Eine Funkuhr ist eine Uhr, die ihre Zeit nicht allein aus dem eigenen Uhrwerk bezieht, sondern über ein Funksignal von außen erhält. Ein Sender strahlt dieses Signal aus, das auf sehr genaue Atomuhren zurückgeht. Die Funkuhr empfängt es über eine eingebaute Antenne und stellt Uhrzeit und Datum danach ein.

Wichtig ist die Unterscheidung: Die Funkuhr besitzt selbst keine Atomuhr, sondern nutzt lediglich deren Zeit über den Sender. Zwischen den Empfangsvorgängen läuft sie mit einem gewöhnlichen, meist quarzgesteuerten Werk weiter und gleicht sich beim nächsten Empfang erneut ab. Auf diese Weise verbindet die Funkuhr die Bequemlichkeit eines gewöhnlichen Werks mit der Genauigkeit der Zeitzeichen.

Wie der Empfang funktioniert

In Mitteleuropa ist der Langwellensender DCF77 maßgeblich, der auf der Frequenz 77,5 Kilohertz sendet und in der Nähe von Frankfurt am Main steht. Sein Signal deckt einen großen Teil Europas ab. In anderen Regionen gibt es vergleichbare Sender, etwa in Großbritannien, in den USA oder in Japan. Das Signal enthält neben der Uhrzeit auch Angaben zum Datum und zur Umstellung der Zeit.

Der Empfang gelingt am zuverlässigsten nachts, weil die Ausbreitungsbedingungen dann günstig sind und wenig störende Elektronik aktiv ist. Viele Funkuhren führen ihren Abgleich deshalb selbsttätig in den frühen Morgenstunden durch. In Gebäuden aus Beton oder Stahl kann der Empfang erschwert sein. Deshalb steht in der Anleitung solcher Uhren oft ein Hinweis auf eine günstige Ausrichtung während der Nacht.

Nutzen und Grenzen

Der Vorteil einer Funkuhr liegt darin, dass sie ohne Zutun genau geht und sich selbst auf die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit einstellt. Nach der Zeitumstellung muss also nichts von Hand korrigiert werden, sofern der Empfang funktioniert. Weil die Uhr sich selbst stellt, entfällt das regelmäßige Nachstellen von Hand weitgehend.

Grenzen ergeben sich dort, wo kein Signal ankommt, etwa im Reichweitenschatten des Senders oder in stark abgeschirmten Räumen. Dann läuft die Uhr mit der Genauigkeit ihres eigenen Werks weiter, bis der nächste Abgleich gelingt. Innerhalb der Reichweite gilt sie als sehr zuverlässig. Sobald wieder ein Signal empfangen wird, gleicht sich eine etwaige Abweichung selbsttätig aus. Innerhalb ihres Empfangsgebiets zählt die Funkuhr damit zu den bequemsten Möglichkeiten, stets die genaue Zeit zu tragen.

Häufige Fragen

Hat eine Funkuhr selbst eine Atomuhr?

Nein. Eine Funkuhr empfängt nur das Zeitsignal eines Senders, der an Atomuhren gekoppelt ist. Die eigentliche Atomuhr steht beim Sender, nicht in der Armband- oder Wanduhr.