
Was Hightech-Keramik ist
Als Hightech-Keramik werden technische Keramikwerkstoffe bezeichnet, die im Uhrenbau vor allem für Gehäuse, Lünetten und Armbänder verwendet werden. Sie unterscheiden sich deutlich von der Keramik des Alltags und beruhen häufig auf Verbindungen wie Zirkoniumoxid oder Aluminiumoxid. Der Zusatz Hightech verweist auf das aufwendige Herstellungsverfahren und die besonderen Eigenschaften des Materials.
Ausgangspunkt ist ein feines keramisches Pulver, das mit Bindemitteln vermengt und in Form gepresst wird. Unter hoher Temperatur wird der Rohling anschließend gesintert, das heißt, die Teilchen verbinden sich fest miteinander, wobei das Bauteil schrumpft. Erst danach erhält es durch Schleifen und Polieren mit Diamantwerkzeug seine endgültige Gestalt und Oberfläche.
Eigenschaften
Hightech-Keramik ist ausgesprochen hart und dadurch sehr kratzfest; im Alltag auftretende Berührungen hinterlassen kaum Spuren. Das Material ist zudem leicht, hautfreundlich und unempfindlich gegenüber Korrosion und Temperaturschwankungen. Ein weiterer Vorzug ist die Farbstabilität: Die Farbe ist im Werkstoff selbst angelegt und verblasst auch bei dauerhafter Sonneneinstrahlung nicht.
Diesen Vorzügen steht eine bauartbedingte Sprödigkeit gegenüber. Anders als Metall gibt Keramik bei einem harten Schlag nicht nach, sondern kann springen oder splittern. Ein Sturz auf einen Steinboden kann daher zum Bruch führen, während ein Stahlgehäuse an derselben Stelle nur eine Delle davontrüge. Diese Empfindlichkeit gegenüber punktuellen Schlägen ist die wesentliche Grenze des Werkstoffs.
Verwendung und Pflege
Wegen ihrer Kratzfestigkeit wird Keramik gern für Lünetten mit eingelassenen Skalen sowie für ganze Gehäuse und Gliederarmbänder eingesetzt. Die Skalen behalten über lange Zeit ihr Aussehen, da sie sich nicht abnutzen wie eine lackierte oder galvanisierte Oberfläche. Farblich reicht das Spektrum von Schwarz und Weiß bis zu verschiedenen weiteren Tönen, die bereits im Pulver angelegt werden.
In der Pflege ist Keramik unkompliziert und benötigt keine besondere Behandlung. Zu beachten ist allein die Bruchgefahr bei punktueller Belastung. Beschädigte Keramikteile lassen sich in der Regel nicht ausbessern, sondern müssen ersetzt werden, was bei einer Reparatur zu berücksichtigen ist. Wer diesen Umstand kennt, kann eine Keramikuhr über viele Jahre nahezu ohne Gebrauchsspuren tragen. Beim Kauf sollte man die Empfindlichkeit gegenüber harten Schlägen im Hinterkopf behalten und die Uhr entsprechend behandeln. Im Gegenzug erhält man ein Material, das über viele Jahre nahezu wie neu aussieht; diese Langlebigkeit im Erscheinungsbild ist der Hauptgrund für seine Verwendung.